in Düsseldorf ·Leben als Mummy

Zu viel Zivilcourage für Kinderwagen?

IMG_2747Bahnfahren mit Kind ist ein Abenteuer.

Gestern hatte ich ein ganz besonderes Schlüsselerlebnis.

Ich befand mich auf dem Weg nach Hause. Es war schon bald 18 Uhr und
ich war etwas spät dran. Um schneller voranzukommen entschied ich mich 2 Haltestellen mit der U79 zu fahren.
Es war ziemlich voll, da grad Feierabendzeit war. Erst als die Bahn anhielt, sah ich, dass der Einstieg nicht vorn bei der ersten, sondern bei der dritten Tür war. Die Menge um mich herum strömte los und ich kam nicht schnell genug voran, sodass ich vor den Stufen stand und niemand mehr da war den ich um Hilfe bitten konnte, als die Türen sich schlossen. Ich ärgerte mich kurz und schaute dann auf die Anzeige, um zu prüfen wann die nächste Bahn kommt. Es dauerte nur 2 Minuten.

Als ich mich umschaute stellte ich fest, dass die Bahn gar nicht losfuhr. Ein älterer Herr stand vorn in der Fahrertür und beschwerte sich lautstark darüber, dass der Fahrer die Frau mit dem Kinderwagen nicht hat mitfahren lassen. Er verhinderte die Weiterfahrt und beschimpfte den Fahrer: „Sie müssen warten und die Frau mit Kinderwagen mitfahren lassen!“ „Ich rufe die Polizei! Ich zeige sie an, dann schmeißt die Rheinbahn sie raus!“

Ich registrierte, es ging um mich! Das war zwar nett gemeint, aber ging mir nun doch etwas zu weit. Durch einen anderen Wartenden ließ ich dem Mann mitteilen, dass es für mich kein Problem sei, ich einfach auf die nächste Bahn warten würde und sie doch jetzt bitte weiterfahren sollten.

Aber der Mann beharrte auf seinem Standpunkt und brachte damit die ganze U79 zum Stillstand. Das musste ja nun wirklich nicht sein, dass nun so viele Leute davon betroffen waren, dass ich nicht geschafft hatte zuzusteigen. Irgendwann gingen die Türen auf, sodass ich mit dem Kinderwagen einsteigen konnte. Dann fuhren wir aber immer noch nicht weiter, sondern warteten auf die Polizei.

Erst als die Polizei unsere Aussagen aufgenommen hatte, setzte die U-Bahn sich dann wieder in Bewegung.

Ich bin gespannt welche Auswirkung dieser Vorfall haben wird und ob es tatsächlich zu einer Strafe für den Rheinbahnfahrer kommt.

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